Zungenreiniger

Einleitung: Ein Zungenreiniger: Was ist das eigentlich?

Zungenreiniger, welche erstmals in der traditionell-indischen Heilkunst Ayurveda genutzt wurden, sind Teil der Mundhygiene und sollen den Zungenbelag entfernen. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte der Zungenreiniger auch in Europa einen Aufschwung.
Heutzutage legen viele Zahnärzte ihren Patienten die Zungenhygiene nahe, um den Mundraum vor Entzündungen zu schützen und Mundgeruch vorzubeugen.

Der Zweck einer Zungenreinigung:

Jeder kennt ihn, diesen unappetitlichen weißen Film auf der Zunge kurz nach dem Aufstehen.
Ein Teil dieses Belags besteht aus Ablagerungen und Speiseresten.
Der andere Teil ​entsteht überwiegend Nachts während wir schlafen.

Mit der Zeit sammeln sich viele Bakterien zwischen den Poren.
Bakterien lieben die Zunge, weil unsere Zunge nicht glatt ist, sondern eine raue Oberfläche hat.
Rund 85% der​ Mikroorganismen ​im Mund sammeln sich auf unserer Zunge.
Doch auch schädliche Bakterien siedeln sich dort an und können dann das Zahnfleisch angreifen. Mundraum-​Erkrankungen mit mikrobiologischen Auslösern sind die Folge. Häufig ist die Ursache für starken Mundgeruch eine fehlende Zungenhygiene.
Pflegt man die Zunge nicht ausreichend, produzieren die Bakterien als Folge ihres Stoffwechsels Gase, welche für den üblen Geruch verantwortlich sind.
Viele Nutzer von Zungenreinigern beschreiben als positiven Nebeneffekt der Zungenhygiene die Erhöhung ihrer Geschmacksempfindlichkeit.

Die richtige Anwendung:

Es handelt sich beim Zungenreiniger um ein großartiges Hilfsmittel für die Mundhygiene.
Keinesfalls sollte er allerdings die regelmäßige Zahnpflege ersetzen.
Am besten reinigt man seine Zunge zweimal täglich direkt nach seiner üblichen Routine.

Nachdem Zahnbürste und Zahnseide zum Einsatz gekommen sind, ​legt man den Zungenreiniger behutsam auf die Zungenoberfläche: So weit es geht nach hinten, um auch die hinteren Bereiche der Zunge zu erreichen. Doch vorsicht, anfangs spürt man gegebenenfalls einen ​Würgereiz. Das ist allerdings Gewöhnungssache und wird durch Habituation allmählich weniger.

Dann übt man sanft Druck aus und schiebt den Zungenreiniger nach vorne in Richtung Mundöffnung.
Daraufhin muss der Zungenreiniger unter dem Wasserhahn ausgespült werden. Diesen Vorgang wiederholt man so oft, bis man mit dem Resultat zufrieden ist und der Zungenbelag so weit es geht entfernt ist.

Die meisten Zahnartzpraxen bieten mittlerweile auch professionelle Zungenreinigungen mit dem TS1-Zungensauger an.

Die verschiedene Ausführungen:

Hat man sich für den Kauf eines Zungenreinigers entschieden, steht man vor einer großen Auswahl an Produkten.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Zungenbürsten und Zungenschabern. Häufig gibt es aber auch Kombinationsmodelle.

Zungenbürsten haben den Nachteil, dass man sie wegen ihrer Borste häufiger austauschen muss, reinigen aber im Gegenzug die Poren der Zunge noch effektiver als der Zungenschaber.
Üblicherweise haben Zungenreiniger eine relativ flache Form, sodass sie leicht in den Mundraum passen, ohne den Würgereflex auszulösen.
Beim Material kann man meist zwischen Edelstahl und Plastik wählen.
Zum Teil werden Zungenreiniger sogar aus Edelmetallen wie Gold oder Silber gefertigt. Wer der Umwelt nicht zu sehr schaden will, verzichtet auf die günstigeren Produkte aus Plastik und entscheidet sich für einen metallenen Artikel. Diese haben oft eine sehr viel längere Lebensdauer, gelten als hygienischer und es entsteht weniger Abfall.