Bleaching bzw. Zahnaufhellung

Bleachung
Bleaching – zahnaufhellung

Die Zahnaufhellung (engl. Bleaching, bleachen = bleichen) ist von der professionellen Zahnreinigung zu unterscheiden. Während die Zahnreinigung einen medizinischen Hintergrund hat, findet Bleaching ausschließlich aus optischen und kosmetischen Gründen statt. Nicht selten werden beide Begriffe auch in einen Topf geworfen und verwechselt.


Was genau ist Bleaching?

Weiße Zähne werden mit Attraktivität, Jugendlichkeit und Gesundheit gleichgesetzt. Doch das natürliche Zahnweiß schwindet im Laufe der Zeit durch zahlreiche Einflüsse, es bilden sich Verfärbungen durch bestimmte Lebens- und Genussmittel, auch Medikamente, Krankheiten und der Alterungsprozess führen zu verfärbten Zähnen. Die kosmetische Zahnaufhellung – das Bleaching – kann wieder zu weißeren Zähnen verhelfen. 


Seit wann gibt es „Bleaching“ überhaupt?

Schon immer wollten Menschen gern helle Zähne haben. Oft gelten helle Zähne auch als Zeichen dafür, dass man zu einer Wohlhabenderen Gesellschaftsschicht gehört. Diese Idee stammt verständlicherweise aus vergangenen Zeiten zu denen ein gesundes Gebiss und eine ordentliche Zahnpflege aus Kostengründen und auch auf Grund eines Bildungsniveaus in den unteren Schichten weniger intensiv betrieben wurde.

Auch wird ein „strahlendes Lächeln“ mit Fröhlichkeit und Unbeschwertheit assoziiert. Unbeschwertheit war früher wohl eher ein Fremdworf für die schwer arbeitende und arme Bevölkerung.

Bis heute existiert dieser Gedanke. Obwohl die Zahnfarbe im Wesentlichen auch von anderen Faktoren abhängig ist, gelten weiße Zähne noch immer als gesund. Und das wiederum ist ein Bestandtteil vom gutem Aussehen.


Was passiert beim Bleaching?

Bleaching findet in der Regel mit Wasserstoffperoxid als Hauptbestandteil des Präparates statt. Dieses dringt in den Zahn ein und wirkt auf die Farbstoffe insofern ein, als dass sie nicht mehr oder nur noch vermindert wahrnehmbar sind. Grundlage dafür ist eine chemische Reaktion. Die Mittel welche zur Zahnaufhellung genutz werden sind pH-neutral, um eine Aufrauung der Zähne zu vermeiden.


Welche Bleaching-Methoden gibt es?

Hier finden sich drei professionelle Methoden, die der Zahnarzt in seiner Praxis durchführt bzw. unterstützt und überwacht. Dazu gehören das In-Office-Bleaching oder auch Power-Bleaching genannt. Dieses wird für äußere Zahnverfärbungen am Zahnschmelz angewendet.

Das Walking-Bleaching dient der Beseitigung oder Abschwächung von inneren Verfärbungen im Zahn.

Außerdem gibt es noch das Home-Bleaching.

Die Aufhellung erfolgt stets durch eine chemische Reaktion, welche durch die verwendeten Bleichmittel, die sich meist aus Karbamid und Wasserstoffperoxid zusammensetzen, entsteht. 

Alternativ zu den professionellen Methoden gibt es für die Anwendung zu Hause sogenannte „Whitening“ – Aufhellungsprodukte wie White Stripes, Zahnweiß-Gel oder spezielle Zahnweiß-Zahncremes. Bei diesen Produkten muss die Wasserstoffperoxid-Konzentration unter 0,1% liegen. Zahnaufheller mit einer höheren Konzentrationen, also zwischen 0,1% und 6% Wasserstoffperoxid dürfen seit 2012 ausschließlich an Zahnärzte abgegeben werden. Relativ wirkungslos im Hinblick auf die sichtbare Aufhellung sind Hausmittel wie z.B. Salz. 

Generell können nur intakte, echte Zähne aufgehellt werden, die bestenfalls zuvor professionell gereinigt wurden. Bei Zahnersatz ist eine Aufhellung nicht möglich. Nicht zu verwechseln ist das Bleaching mit der professionellen Zahnreinigung, bei der leichte oberflächliche Farbpigment-Ablagerungen durch das Sandstrahlen und Polieren der Zähne mit speziellen Pasten entfernt werde

  • Klassisches Bleaching in der Zahnarztpraxis

Diese Form des Bleaching wird als „In-Office-Bleaching“ oder auch als „Power Bleaching“ bezeihnet. Es findet beim Zahnarzt statt.
Das Zahnfleisch wird zunächst geschützt. Das findet in aller Regel mit einem Gümmiüberzug (Kofferdamm) statt. Danach wird das Aufhellungsmittel, meist ein Gel, aufgebracht. Dieses enthält eine hohe Konzentration an Wasserstoffperoxid. Oft werden die Zähne bzw. die Stellen dann mit einer Bleachinglampe mit UV-, Laser- oder LED-Licht bestrahlt, welche die Inhaltsstoffe des Bleachinggels aktiviert. Das Bleichmittel bleibt für ca. 15-20 Minuten auf den Zähnen und wird dann abgespült. Im Nachgang sollte eine Fluoridierung der Zähne erfolgen

Diese Variante dauert zwischen 20 und 45 Minuten. Bei der ersten Behandlung sind meist mehrere Durchgänge nötig. Die Behandlung kann je nach Farbergebnis mehrere Male mit ausreichend Abstand zu jeder Sitzung wiederholt werden, bis die gewünschte Aufhellung erreicht ist. Die Kosten sind patientenspezifisch, sie liegen zwischen 400 und 700 Euro/Behandlung. 

Diese Form des Bleachings wird sowohl für das gesammte Gebiss als auch für einzelne Zähne angewendet.

  • Einzelzahnbleaching über die Zahnkrone

Wurzelbehandelte Zähne können sich mit der Zeit dunkel verfärben, weil Blut im Zahninneren geronnen ist. Hier erfolgt eine „intrinsische“ Aufhellung, also von „innen“. Die Füllung wird zunächst komplett entfernt. Der Zahnarzt bringt nun das Bleichmittel in der richtigen Konzentration in den Zahn ein und verschließt ihn anschließend nur provisorisch, damit das eingebrachte Bleichmittel mehrere Tage einwirken kann. Ziel ist die Zersetzung der abgelagerten Blutpartikel. Zum Abschluss wird die Füllung neu angelegt und der Zahn ordnungsgemäß verschlossen. Die Kosten bewegen sich in etwa um die 100 Euro/Zahn.

  • Home-Bleaching unter ärztlicher Aufsicht

Für das Home-Bleaching fertigt der Zahnarzt passgenaue Schienen nach den Zahnabdrücken des Patienten an und bereitet ein Bleichgel in der erforderlichen Stärke zu. Nach Anleitung füllt der Patient die Schiene mit dem Bleichgel und trägt sie ein- oder zwei Wochen, entweder über Nacht oder auch am Tag stundenweise zuhause. Zwischenzeitlich kontrolliert der Zahnarzt den Wirkmechanismus und, ob alles ordnungsgemäß verläuft. Nach Abschluss der Prozedur sollte auch hier eine Fluoridierung der Zähne vorgenommen werden. Zwischen 200 und 600 Euro beträgt der Preis für die Anfertigung von Schienen und Bleichgel. In der Zukunft spart sich der Patient allerdings die Kosten für die Schiene und kann so eine Zahnaufhellung deutlich günstiger durchführen. 

Frei verkäufliche Bleaching-Produkte für die Anwendung zuhause 

Whitening-Produkte aus Drogerien, Kaufhäusern oder Apotheken präsentieren sich mit Zahncremes, Stripes und Gel zur Zahnaufhellung zuhause. Der Anteil an Wasserstoffperoxid liegt hier unter 0,1 Prozent und ist damit im Gegensatz zur Zahnarztbehandlung oder dem begleiteten Home-Bleaching verschwindend gering. Aufhellende Zahncremes enthalten in erster Linie Schmirgelpartikel, die den Zahnschmelz abtragen. Whitening-Stripes bezeichnen selbsthaftende Streifen mit einer gering dosierten Bleichmittelsubstanz, die auf die oberen und unteren Zahnreihen aufgeklebt und anschließend für ca. 30 Minuten getragen werden. Die Anwendung wird meist über einen längeren Zeitraum täglich wiederholt. Das Whitening-Gel-Kid beinhaltet eine universelle Kunststoffschiene sowie ein Bleichgel. Die Handhabung ist mit dem Home-Bleaching nahezu identisch. Die Kosten für diese Whitening-Produkte bewegen sich zwischen 10 und 60 Euro. Die günstigen Preise spiegeln leider auch die Erfolgsquote wieder, die bei den Aufhellergebnissen eher gering liegen, auch wenn die Werbung etwas anderes verspricht. Hinzu kommt die vielfach unsachgemäße Anwendung (Unwissenheit), was den Zähnen eher schaden als nützen kann. 

Hinweis! – Nach dem Bleaching.

Nach einem Bleaching mit wasserstoffperoxidhaltigen Mitteln sind die Zähne für kurze Zeit empfindlich. Der Auftrag von Fluoridlacken verschafft Linderung. In der ersten Zeit sollten färbende Lebensmittel wie Kaffee, schwarzer Tee, Rotwein, Schokolade und Nikotin vermieden werden.  


Wie lange dauert Bleaching?

Beim klassischen Bleaching kann man mit ca. ein bis zwei Stunden rechnen. Je nachdem wieviele Wiederholungen man macht.


Was kostet Bleaching?

Die Kosten sind abhängig von den Wiederholungen, die stattfinden und nicht zuletzt auch von der Zahnarztpraxis selbst. Im Durchschnitt kann man mit ca. 300 bis 500 Euro rechnen.

Abgrenzung: Bleaching versus Professionelle Zahnreinigung (PZR)

Die professionelle Zahnreinigung dient der Gesunderhaltung der Zähne und wird von zahnmedizinischem Fachpersonal durchgeführt. Die professionelle Säuberung dient vor allem der Entfernung von weichen und harten Belägen sowie Zahnstein, um schlechten Bakterien und damit Zahnkrankheiten vorzubeugen. Leichte oberflächliche Verfärbungen können oftmals durch diese Behandlung entfernt werden. Nicht wenige Krankenkassen bezuschussen diese Selbstzahlerleistung oder übernehmen die Behandlung einmal im Jahr vollständig. Beim professionellen Bleaching stehen ästhetische Gründe im Vordergrund. Die Zähne können mit den verschiedenen Methoden um mehrere Nuancen aufgehellt werden. Die Kosten übernehmen Kassenpatienten komplett selbst. 

Voraussetzungen für Bleaching 

Jede Art von Bleaching mit Bleichmitteln, die Wasserstoffperoxid enthalten, setzt voraus, dass die Zähne intakt sowie gesund sind und im Idealfall zuvor professionell gereinigt wurden. Eine Untersuchung beim Zahnarzt und eine sich ggf. daran anschließende PRZ sind also für ein optimales Ergebnis unverzichtbar. Stellt sich heraus, dass Zahn- oder Zahnfleischprobleme bestehen, so müssen diese zuerst behoben bzw. behandelt werden. Für schwangere und stillende Frauen kommt Bleaching nicht in Frage. 

Zahnersatz wie Kronen und Brücken kann nicht aufgehellt werden. Da dieser in der Regel längere Zeit vorher nach Vorgabe der aktuellen Zahnfarbe angefertigt wurde, können die künstlichen Zähne später deutlich dunkler erscheinen. Wem Zahnersatz bevorsteht, der sollte die echten Zähne vor der Anfertigung aufhellen lassen. Alternativ ist bei bestehendem Zahnersatz das (kostenintensive) Aufbringen von Veneers (Verblendschalen aus Keramik) in der aufgehellten Zahnfarbe möglich. 

Hausmittel zur Zahnaufhellung

Zahlreiche Hausmittel werden in der Literatur und im Internet genannt, mit denen angeblich eine schonende und wirksame Zahnaufhellung möglich ist. Die Liste beinhaltet u.a. Backpulver, Natron, Salz, Zitronensäure, Apfelessig, Orangenschalen, Kokosöl, Teebaumöl, Kurkuma. Allen Hausmitteln ist gleich, dass ein sichtbarer und dauerhafter Erfolg nicht eintritt. Im Gegenteil, gerade säure- und salzhaltige Substanzen setzen dem Zahnschmelz zu und können ihn schädigen. Daher lieber Finger weg.  

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